Geschichte
GramPi: Mit diesem Namen werden bei uns Bergsteier bedacht, die führerlos die
Berge besteigen. Genau dies tat Herbert Hafers genannt z’Grampi, anfangs der
20er Jahre des letzten Jahrhundets in Zermatt.
Er war so ungefähr das, was man heute „Aussteiger“ nennt. Ein reicher dunkelhariger Brasilianer, die Prachtsgestalt eines Mannes. Geboren 1894 in
Santos, Brasilien, kam er schon als kleiner Junge nach Europa. Er studierte in der Schweiz und war ein glänzender und intelligenter Student. Ausserdem galt er als fröhlicher Gesellschafter und wurde für einen erfinderischen Alpinisten gehalten.
So kam er nach Zermatt und hauste einfach und anspruchslos in einem alten Haus oder einer Hütte auf Riffelalp, kochte sich ab und zu eine Polenta, sprach unseren Dialekt wie ein Einheimischer, betrieb mit Jung und Alt das Marbelspiel, unterrichtete die Männer im Lassowerfen und lachte stets vergnügt unter seinen weissen, wohlgestalteten Zähnen. Er finanzierte die Schulkinderrennen, kaufte Skis für die Jugend und liess auch sonst dem Skiclub manchen guten Franken zukommen.
Als sein Vater starb, (1927) erbte er Geld und beschloss Schauspieler in Hollywood zu werden. Die Filmindustrie befand sich zu dieser Zeit im Wandel vom Stummfilm zum Tonfilm, seine Stimme war dafür jedoch nicht geschaffen.
So beschloss er nach Hawaii zu segeln, wo er eine junge Frau kennenlernte und zum Tanz ausführte. Der Zufall wollte es, dass diese Frau eine Tochter aus der berühmten Chrysler Familie war. In Honolulu schloss er enge Freundschaft mit „Ouke“ Kaka Manoku, der Surfing weltweit wieder aufleben liess.
Z’Grampi (Herbert) ist dann nach Danjeeling in Indien gereist, um die Möglichkeit zu prüfen, den Mount Everest zu besteigen. Dieses Unternehmen kam jedoch wegen Geldmangels nicht zustande. Er war zu dieser Zeit mit Leny Riefensthal der weltbekannten Dokumentarfilmerin befreundet.
1934 bat ihn seine damals schwächliche Mutter nach Brasilien zurückzukehren um ihr Gesellschaft zu leisten. (Sie starb aber erst 1964 im sehr reifen Alter von 108 Jahren)
Durch seine Abenteuerlust angetrieben, hat er die brasilianischen Urwälder durchforscht. Begeistert über die Pracht dieser Natur ist er 1941 ein zweites Mal in die „Boondocks“ (Regenwaldreservat) zurückgekehrt. Auf dieser Tour wurde z’Grampi von Chavantes Indianern durch eine „Borduna“ (Waffe aus Holz, die aussieht wie ein Baseballschläger) getötet. Er ist einem traurigen Missverständnis dieser Indianer zum Opfer gefallen.
In Erinnerung an Herbert Hafers haben wir unseren Betrieb Grampi’s benannt. Die Legende soll darin weiterleben. Noch heute erinnern sich viele alte Zermatter an diesen ausserordentlichen Brasilianer.